Arpan
Labyrinthe
Lyrik
Montagen
Karten
Mittelerde
copyright

Alles Lüge?

Der Mensch ist ein Augentier, auch wenn seine Sehkraft im Vergleich mit einem Adler eher bescheiden ist. Besonders in der stinkenden, lärmenden Welt der Zivilisation sind es vor allem optische Reize, auf die zu reagieren wir gelernt haben. Man kann nicht riechen, ob eine Ampel rot oder grün ist. Aber sehen wir die Welt so, wie sie ist?

Als Kinder konnten wir noch alle Drachen oder Pferde in den vorbei ziehenden Wolken entdecken, sahen Gesichter aus der Baumrinde blicken und fremde Wesen im Schatten mancher dunklen Ecke. Kinder glauben noch an Märchen.

Viele haben diesen Blick verlernt, sind vernünftig geworden und sehen nur noch, was in ihr Weltbild passt. Ich habe mir zum Glück den kindlichen Blick bewahrt. Für mich haben Blumen Gesichter, wenn ich mit der Schere ein Magazin zerstückele.

Fotomontagen aus richtigem Papier zu machen ist nicht mit der Realitätsfälschung mit einem Grafikprogramm vergleichbar. Ich kann nichts spiegeln, vergrößern, verkleinern oder verzerren. Ich muss mit den vorhandenen Schnipseln arbeiten, Schnittkanten und Texte verbergen, Bilder aus dem, was da ist, komponieren. Deshalb beginne ich nicht mit einer Idee, sondern lasse mich von den vor mir liegenden Bildern führen, kombiniere, schiebe und drehe die Einzelteile so lange, bis das Bild mir eine Geschichte erzählt und klebe diese Geschichten dann mit Kleister auf Karton. So entstehen meine fantastischen Märchenwelten. Chimären, Gnome und Elfen tummeln sich darin. Doch nicht nur Traumwelten wachsen aus den Schnipselordnern, auch kritische Fragen finden einen Weg in meine Bilder. Welche Geschichte ein fertiges Bild erzählt, lässt sich am Anfang nur selten vorhersagen. Ich suche und kombiniere zueinander passende Teile und das Ergebnis ist auch für mich überraschend. Manchmal scheint sich schnell ein Thema zu manifestieren, manchmal ist es schwierig einem fertigen Bild einen Namen zu geben.

Wie meine Fotomontagen entstehen, habe ich auf den folgenden Seiten in einer kurzen Dokumentation beschrieben. Der Prozess der Bildfindung dauert länger, als es die wenigen Seiten darstellen. Doch den ganzen Weg mit allen Irrtümern und Sackgassen zu zeigen macht wenig Sinn. Das Prinzip ist immer gleich: Probieren geht über studieren.



zurückstartvor

FB
Blog
ArtflakesHirn
MarburgDoku
Klangwelten
BriefpapierTexturen
GeldGeschenke

mail me